Georg Friedrich Wehrs

Titelblatt: Vom Papier
Titelblatt der Erstausgabe von Georg Friedrich Wehrs’ wegweisendem Standardwerk Vom Papier, 1798
Bayerische Staatsbibliothek digital, Hblb/Graph. 100-1
1750-1818

Georg Friedrich Wehrs

Der Papierforscher

Allerdurchlauchtigste, Großmächtigste Kaiserin, Allergnädigste Monarchin. Eure Kaiserliche Majestät geruheten mir allergnädigst zu erlauben, Allerhöchstdenselben meine ökonomischen Aufsätze, imgleichen mein Buch über die Verbesserung der Papiermanufakturen, unterwürfigst überreichen zu dürfen, …

Widmung Georg Friedrich Wehrs’ im Exemplar seines Werkes Etwas über die Hanf- und Flachswolle für die russische Kaiserin, 1793

In Hannover geboren, hatte Georg Friedrich Wehr die Rechtswissenschaften in Göttingen studiert und dann als Advokat und Notar gearbeitet. Er wirkte als Aufseher des Intelligenz-Comtoirs in Hannover und zugleich als Agent für Bremen und Mecklenburg-Strelitz. In der Folge machte er sich vor allem als ökonomischer Fachschriftsteller einen Namen. Seine bekannteste Schrift Vom Papier und von den Schreibmassen, deren man sich vor der Erfindung desselben bediente erschien zunächst 1779 als ein Schreiben an seinen Eleven, dann 1789 bei Gebauer in Halle als ein umfangreiches Werk. 

Wehrs befasste sich darin nicht nur mit Papyrus, Pergament sowie Papier unterschiedlichster Länder und Zeiten, sondern auch mit Tinten, Schreibgeräten und Siegellack. Das Schlusskapitel handelt „Von denen den Urkunden und Büchern schädlichen Insekten, und den Mitteln, solche theils davon abzuhalten, theils zu vertilgen.“ Als mecklenburg-strelitzscher Geheimer Legationsrat war Wehrs seit 1799 Ritter des Königlich-schwedischen Wasaordens und wurde 1803 in den Reichsadelsstand erhoben.